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Seckendorff: Teutscher Fürsten-Staat HIS-Data
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Von dem nahmen, ursprung und gelegenheit eines fürstenthums und landes
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S. 6 Teutschen Fürsten-Staats
  CAP. I.
  Von dem nahmen, ursprung und gelegenheit eines fürstenthums und landes.
Inhalt Innhalt.
  Bey solcher Beschreibung ist anfangs zu sehen auf den nahmen eines fürstenthums. §.  1.
  Darnach auf den ursprung einer landes-herrschafft §. 2.
  Ferner auf die situation und gräntzen des landes §. 3.
  Endlich ist eine general-land-charte eines fürstenthums zu verfassen. §. 4.
   
§. 1 §. 1.
  DEr nahme eines fürstenthums pfleget mehrentheils zu entstehen, entweder von dem nahmen der nation oder des volcks, oder von der residentz-stadt oder schloß, oder auch einem alten stamhause des geschlechts, durch welches solches land beherrschet wird, oder vor zeiten beherrschet worden, und dergleichen äuserlichen Umständen mehr.*
 
  • * Wobey jedoch die fabelhafften umstände entweder gar übergangen, oder doch solche nur kürtzlich berühret, hingegen die wahrhafften gründlich und zwar, wie es seyn soll, aus tüchtigen documenten ausgeführet werden.
§. 2 §. 2. Der ursprung derselben ist bey diesem vorhaben nicht allzu weit und aus den ältesten historien, sondern dahero gründlich zu erholen, durch was gelegenheit ein fürstenthum oder herrschafft in den
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  Stand, Grösse und Zugehörung der länder, wie es sich ietzo befindet, und an die jetzo regierende Herrschafft gerathen seye, ob es noch in seinem alten wesen, wie etwan vor vielen Jahren durch Käyserliche belehnungen, oder in andere wege von den vorfahren, die herrschafft erlanget worden, bestehe, oder ob es durch Theilung und Erbfälle, neue Handlungen und Vergleiche erweitert oder vermindert seye.
§. 3 §. 3. Bey der gelegenheit oder situation ist nicht allein kürtzlich anzuzeigen, wie es in Teutschland und in welcher nahmhafften gegend und kreyß desselben es liege, wie hoch der polus oder nord-stern allda stehe, und wie es mit der tags- und nachts-länge daselbst bewand sey, davon in den cosmographien und land-charten nachricht zu finden, sondern auch wie es begräntzet sey, wie die fürstenthümer und benachbarten landschafften heissen, daran es allenthalben stösset, und mit welchen örtern des fürstenthums solche angräntzung geschehe.
§. 4 §. 4. Hierzu ist nun eine ausführliche, gründliche land-tafel, indem sich auff die gedruckte und gemeine gantz nicht zu verlassen* stehet, und solche mehrentheils mangelhafft, falsch und irrig oder je gar zu general, und also viel nothwendige örter darinnen ausgelassen sind, sehr nothwendig, und kan aus folgendem bericht von der special- und sonderbaren beschreibung der ämter und theile des landes leicht abgesehen werden, wie die general-tafel des fürstenthums einzurichten seye,** massen, dann auch die special marckung, mit was für flüssen, steinen,
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  und andern gräntz-zeichen das land an die fremde gräntzet, aus der beschreibung desselben orts oder amts, welches an der gräntze lieget, aufzusuchen ist, und der weitläufftigkeit halben in die general-charte zu setzen sich nicht füget.
  * Daß aber auf die besonders verfertigte land-charten sich eben so wenig zu verlassen, und woher dieses komme, soll in denen additionibus dieses und folgenden capitels mehrers angezeiget werden.
  ** wovon unten in ietzgedachten additionibus gleichfals nachricht erfolgen soll.
  In dieser land-charte sind auch nicht zu vergessen und in diesem capitel mit zu vermelden, die vornemsten gebürge, wälder, ebenen und gefilde, ströme, flüsse, grosse see,* und dergleichen merckwürdige dinge mehr welche im lande sich befinden, und sonst in desselben geographische beschreibung gehören.
  * ingleichen brücken, passagen, land-strassen.
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Stand: 29. Dezember 2016 © Hans-Walter Pries