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Zedler: Bücher-Vorrath, Bibliotheck [8] HIS-Data
5028-4-1803-4-08
Titel: Bücher-Vorrath, Bibliotheck [8]
Quelle: Zedler Universal-Lexicon
Band: 4 Sp. 1834
Jahr: 1733
Originaltext: Digitalisat BSB Bd. 4 S. 932
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Hinweise:
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Stichworte Text   Quellenangaben und Anmerkungen
Bibliotheken Deutschland H - Z
21) zu Halberstadt trifft man auch einen hübschen Bücher-Vorrath an dasigen Dom an, es sind auch einige MSta da. Jetzo ist man auf derselben Ordnung und Vermehrung bedacht.
 
 
22) Zu Halle hat die Universitaets Bibliothec ihren Ursprung von der Gnade Ihro Maj. des vorigen Königs in Preussen, und von dem Vermächtniß der Simonischen Bibliothec hernachmahls ist gleichfalls des Barons von Danckelmanns Bibliothec dahin vermacht worden.
Struv. l.c.
[1] HIS-Data: korrigiert aus: Dauckelmanns
 
Seit einigen Jahren ist auch eine gantz hübsche Bibliotheck in den Wäysen-Hause gesamlet worden, die auch täglich noch vermehret wird.
 
 
23) zu Hamburg befinden sich zwey Bibliothecken.
 
 
Erstlich bey dem Gymnasio. Der Anfang ist 1529 gewesen, hernachmahls ist sie in das Anno 1613 den 12. Aug. inaugurirte Gymnasium gebracht worden. Es ist dieselbe durch die Vermächtnisse derer Bibliot. Sebastiani a Bergen Burgermeisters in Hamburg, Friedrich Lindenbings, Marquard Schlegels, Jo. Adam Tassens, Joach. Jungens, Thom. Sellens, Henrich Langenbecks, und insonderheit Vincent. Placcii vermehret worden: Gleichfalls sind von dem Luca Holsteinio 29. MSta dahin vermacht worden. Es haben von ihr gehandelt Mich. Kersten in Memoria Bibl. Hamburgens. 1650. structae. Hamburg 1651. in fol. welches in J. Albert Fabricii Memoriis Hamburgensibus … zu finden, wo auch des Rudolphi Capelli seine zu dieser Bibliotheck gehörige Schrifft anzutreffen: Ferner Conrad Julius Surland in Orat. de felici conditione … Es ist dieselbe bey dem Jubilaeo in dem Hamburgischen Gymnasio 1713 gehalten und in Jo. Alberti Fabricii Jubilaeogedruckt worden. Ingleichen hat Jo. Moller. in Isagoge … hiervon gehandelt.
Siehe Struv. l.c. … et ad eum Collerus.
 
b) Die andere ist bey dem Dom, in welcher gleichfalls etliche MSta vorhanden, und ietzo in Ordnung gebracht wird.
  Wegen derer Privat Bibliotheqven hat Hamburg vor andern einen grossen Vorzug, und sind die Rulandische, Wolffische, Fabrisische, Richerische, Wilckensche, Tho-Bührensche, andere zu geschweigen, von besonderem Werthe.
 
 
24) Die Churfürstl. Bibliotheck zu Hannover ist in denen neuern Zeiten entstanden, und durch die Vorsorge ihrer ehemaligen Vorsteher Leibnizii und Eckardti zu ziemlichen Wachsthum gekommen.
Struv. … Sonst findet man hiervon Nachricht Jo. Ernst Hausmanni notit de Bibliothecis Hannover. … Hannover 1725. 4.
 
25) zu Heydelberg waren vor dem zwey Bibliothecken, die Palatina, u. die Vniversitaets Bibliotheck. Die erste gab sonder Zweifel zu ihren Zeiten keiner andern in Europa etwas nach. Wegen ihres Stifters sind die Autores noch nicht einig. Friedricus Spanhem in Histor. Eccl. … giebet den Lud-Barbatum dafür aus. Henricus Altingius Hist. Eccl. … berichtet, es habe Churfürst Philippus dieselbe auf Angeben Rudolphi Agricolae gestifftet. Die-
 
  {Sp. 1835|S. 933}  
 
sem fallen Hottingerus in Historia Eccles. … und Joh. Lohmeyer de Bibliothecis … bey. Janus Graderus Chron. … hingegen machet den Ottonem Henricum zu den Stiffter. Am besten können diese Autores auf folgende Art vereiniget werden, daß Lud. Barbatus den ersten Grund geleget, Philippus der Bibliotheck einen gewissen Ort bestimmet, auch die Universitaets-Bibliotheck zu derselben geschlagen, und endlich Otto Henrich dieselbe völlig bereichert habe. Unter Friedrich dem dritten ist dieselbe durch das Vermächtniß der Fuggerischen Bibliotheck vermehret worden, von welcher Thuanus LXXX. eph. handelt. Es war sonderlich ein alter geschriebener Codex Bibliorum Ebraeorum merckwürdig, welcher einige Jüden, denen er vorgelegt wurde, soviel Ehre erzeigten, als wenn er unmittelbar vom Himmel gefallen wäre. Ferner ist auch des Jacobi Bongarsii Bibliotheck 1612 zu der Heydelbergischen erkauffet worden.
 
 
Von denen daselbst befindlichen Griechischen MStis hat Fried. Sylburgius einen Catalogum geschrieben, welcher unter denen Monumentis Virorum Illustrium Franckfurt 1701. in 4to gedruckt worden. Von denen Lateinischen MStis aber ist kein Catalogus vorhanden, doch soll Sylburg einen von der Fuggerischen Bibliotheck verfertiget haben.
 
 
Diese so schöne Bibliotheck wurde 1629. da Tilly Heidelberg eroberte, und Maximilianus, Hertzog in Bayern, sich diese Bibliotheck zueignete, dem Pabst Gregorio XV. vor die Erhaltung der Chur-Fürsten würde vom Maximiliano nach Rom gesandt. Leo Allatius muste vor deren Überbringung Sorge tragen, da sie denn nunmehro den meisten Theil der Vaticanischen Bibliotheck ausmacht. Morhof Polyhist. … spricht zwar: es meynten einige, man sehe nur in der Vaticanischen Bibliotheck die Schalen, die rechten Bücher aber wären unter die Privat-Bibliothecken der Cardinäle ausgetheilet worden. Es kan wohl seyn, daß bey der Plünderung einige Bücher von denen Soldaten zerstreuet worden, deren Vereinzelung von dem Scipio dem Leoni Allatio zugeschrieben worden, wieder welches Angeben sich aber Allatius genugsam vertheidiget, ingleichen daß auch viele unter die Cardinäle vertheilet worden. Gleichwohl aber ist demnach der meiste Theil in die Vaticanische Bibliotheck gekommen. Leo Allatius hat sich nicht nur auf die Pfälzischen MSta beruffen, sondern man kan auch Mabillon in Hinerario Jtalico; Schelstraten; Joseph. Maria Thomasium; Montfaucon in Praef. ad Palaeographiam Graecam …; und letztlich einen Protestanten nemlich Guilbert Burner P. II. Hinerar. … welches sie mit Augen gesehen haben, als zeugen anführte.
Siehe von dieser Bibliotheck,
  • Monumenta Virorum Illustrium, Frf. 1701.
  • Monathliche Auszüge Mense September 1701 …
  • Schurtzfleisch in Notitia …
  • Struv l.c. … et ad eum Corce.
 
Die erste Universitaets Bibliotheck ist, wie oben gedacht, in die Churfürstliche gebracht worden, dahero auch mit derselben verlohren gegangen, es ist aber nach der Hand eine neue daselbst aufgerichtet worden, welche durch die dahin gebrachte Grävische Bibliotheck um ein grosses vermehret worden.
Struv. l.c.
 
26.) In der Bibliotheck des Closters Heilbrunn scheiden sich über 600 Volumina MStorum nebst vielen gedruckten Büchern
Struv. l.c.
 
den Catalogum davon gab Hocker, unter den
 
  {Sp. 1836}  
 
Titel Bibliotheca Heilsbronnensis Nürnberg 1731. in fol.
 
 
27.) zu Helmstädt sind zwey Bibliothecken.
 
 
 
a.) Julia, welche nicht so wohl wegen der Anzahl derer Bücher, als wegen der zur teutschen Fränckischen Historie gehörigen MStis merckwürdig ist.
Von derselben findet man Christophori Heidmanni Orationem in Collectione Maderiana
 
 
b.) Rudolphea, welche im vorigen Seculo von dem Hertzog Rudolpho gestifftet worden.
Wir haben hiervon Hermanns von der Hart Memorabilia Bibliothecae Rudolpheae in Collectione Mad. …
 
 
  Es sind in derselben 14. Volumina Briefe, welche Hertzog Augustus mit eigener Hand an Jo. Valent. Andreae geschrieben, ingleichen Lutheri Melanchthonis und Bugenhagii ungedruckte Briefe; ferner 50 eigenhändig geschriebene Volumina von Böhmen, Valent. Wilhelm, und andern ihres gleichen.
Struv. … et ad eum Colerus
 
28) Die Bibliotheck zu Jena ist 1502 zu Wittenberg angeleget worden. Der Stiffter ist Churfürst Friedrich Sapiens gewesen welcher sich des Conradi muciani Sammlungen derer Bücher bedienet. Sein Bruder und Nachfolger Joannes hat dieselbige vermehret, und unter Churfürst Jo. Friedrich ist dieselbe sehr verstärcket worden. Der Churfürst hatte dem Georgio Spalatino die Sorge vor die Bibliotheck aufgetragen, welcher auch um allerhand Bücher zu erkaufen nach Venedig geschicket worden.
Horiledes de causis
 
Wieviel Spalatinus zur Vermehrung der Bibl. beygetragen, berichtet Christian Schlegel in Hist. Vio Spaltini … Als nach der unglücklichen Schlacht bey Mühlberg der Churfürst Wittenberg übergeben muste, so erhielten seine Söhne von dem Kayser, daß sie die Bibliotheck zurück, bekamen, welche sie denn nach Jena 1548 bringen ließen, allwo sie so lange eingepackt stunde, bis sie 1558. bey Einweihung der Universitaet gleichfalls ihren Ort bekam.
Sagittarius in Vita Joannis
 
Dieses war der Grund der Bibliotheck, welche hernachmahls durch die Gnade der Hertzoge, ingleichen durch die Bosische, Arumaeische, und Sagitarianische Bibliotheck dermassen vermehret worden, daß sie mit Recht die beste Academische in Deutschland heissen kan.
 
 
Von ihren Codicibus MStis finden wir einen, aber nicht vollständigen Catalogum in Tenzels monathliche Unterredungen 1693 … mehrere Nachricht von denen MStis giebt Struv. l.c. … Collectione Mad T. II. befindet sich Casp. Sagittarii Oration von dieser Bibliotheck und T. III. Struvii Schediasma de Historia et Memorabilibus hujus Bibliothecae. Ihre Lage und Vorsteher sind von Adriano Beyero in Archite … beschrieben worden.
 
 
28) Von der Bibliotheck zu Ingolstadt hat Christoph Fers einen Catalogum Ingolstadt 1606 in fol. geschrieben
Struv. l.c. … et Colerus ad eum
 
30) Von der Bibliotheck zu Kiel hat Sebast. Korthold Dissert. de Biblioth. … Kiel 1705. in 4 geschrieben.
 
 
31) zu Leipzig findet man 3. Bibliothecken.
 
 
 
a) Die Raths-Bibliotheck. Ihren eigentlichen Ursprung hat sie Huldrich Grossen zu dancken, welcher den Rath mit dem Bedinge zum Erben eingesetzet, daß die Bibliotheck daraus solte vermehret werden. Ausser denen vielen kostbaren gedruckten Büchern besitzet sie viele schöne Msta, welche bereits zu Götzens Zeiten bey die 500 gewesen sind, und noch täglich vermehret werde. Insonderheit sind viele MSta Orientalia aus des Wagenseils Acoluthi und Pfeiffers Bibliothecken dahin gebracht worden. Unter andern Varitäten befindet sich daselbst eine kostbare Mumie-, und die wohleingerichtete Ordnung des dabey sich befindlichen Müntz-Cabinets kan andern zu einem Muster dienen. Der Ort ist über den Zeug-Hause, und wird dieselbe wöchentlich zweymahl Mittwochs und Sonnabends Nachmittag von 2. Uhr am 2. bis 3. Stunden geöffnet. Sie ist mit vielen schönen Bildern gezieret, worunter sonderlich D. Luthers und Catharinae Borin Bild-
 
  {Sp. 1837|S. 934}  
 
 
  niß von Lucas Granach gemahlet, merckwürdig. Es ist auch ein wohlgeschriebenes, und nach Jüdischer Art kostbar eingekleidetes Thora vorhanden. Die Anzahl derer Bücher ist bereits zu Götzens Zeiten 14000. gewesen, welche aber nunmehr weit grösser ist. Es haben von derselben gehandelt
 
 
 
 
  • Tenzels monatliche Unterredung 1698 …
  • Tollius in Epistolis Itinerariis …
  • Juncker in Notit. Bibliothecarum Saxon. …
  • Gottfried Christian Götze Praetor Lips. et Bibliothecarius in Programmate … Leipz. 1711. in 4.
Struu. l.c. … et ad eum Colerus.
 
 
b) Die Universitäts-Bibliotheck ist auf dem Paulliner-Collegio, hat ehemahls denen Dominicaner-Mönchen gehöret, und ist zu Zeiten der Reformation aus denen Meißnischen Clöstern vermehret worden, ingleichen ist die Hülsemannische Bibliotheck dazu gekommen. Sie besitzet unterschiedene herrliche MSta, unter denen, der noch nie gedruckte Genesius vor andern merckwürdig, von denenselben hat, so viel nehmlich zu seinen Zeiten da gewesen seyn, Joachim Feller einen Catalogum, Leipz. 1686. in 12mo herausgegeben. Sie soll noch täglich vermehret werden, und wird Mittwochs und Sonnabends von 10. biß 12. Uhr geöffnet. Von ihr hat gehandelt …
 
 
 
 
  • Tollius Epist. Itiner. …
  • Juncker l.c.
Struu. l.c. … et ad eum Colerus.
 
 
c.) Die dritte ist bey der Thomas-Kirche. Es sind in derselbigen etliche neuere MSta Theologica von Michael Stiefeln, und Nicolao Selneccero. Henrich Pipping hat dieselbe, Leipz. 1703. in 8 beschrieben, welche Schrifft in Coll. Mad. … zu finden.
Struu. l.c. … et ad eum Colerus.
 
Unter denen Priuat-Bibliothecken war vor dem die Menckische sehr ansehnlich, welche aber nunmehr durch Auctiones, und andern Verkauf, vereinzelt worden. Nunmehr ist die stärckste die Sieberische.
 
 
32.) Zu Lübeck hat der Rath auf Angeben Georg. Sampelii eine Bibliotheck zu sammlen angefangen. Wir haben von derselbigen aeternitatis album, memoriae corum, qui Bibliothecam Lubicensem, vel vivi vel mortui, libris etc. locupletarum Sacrum. Lübeck 1678. in 4.
Struu. l.c.
 
33.) Zu Lüneburg ist eine Bibliotheck in Marien-Closter, von welcher Sagittarius gedencket, in Memorabilibus Historiae Luneburgensis, daß in derselben unterschiedene MSta vorhanden wären.
Struu. l.c.
 
34.) Von der zu Magdeburg sich befindenden Bibliotheca Cauritiana und ihrer besondern Schrifften handelt.
Struu. l.c.
 
35.) Von denen Bibliothecken zu Mayntz hat Serrarius Rerum Moguntinarum … gehandelt.
Historie der Gelehrsamkeit. 6. Stück …
 
36.) Zu Meinungen hat Hertzog Bernhard eine Bibliotheck von gedruckten Büchern zu sammlen angefangen.
 
 
37.) Zu Merseburg befindet sich bey dem Dom eine Bibliotheck, worinnen verschiedene MSta anzutreffen, unter welchen hauptsächlich ein MSt. von der lateinischen Bibel, und eines von Boethio, de Consolatione Philosophiae zu mercken. Die Herzogliche Bibliothek, welche man auf dem Schlosse findet, kan, ausser einigen Büchern vom ersten Drucke, nicht viel Seltenheiten aufzeigen.
 
 
38.) Die Churfürstl. Bibliotheck zu München soll nicht nur aus vielen, sondern auch raren, so wohl gedruckten als geschriebenen Büchern bestehen. Zeiller. in Itinerario Germaniae … hat dieselbe beschrieben. Wir haben von derselben
 
  {Sp. 1838}  
 
einen Catalogum derer MStorum in 53. Sprachen von J. Georg. Herwart von Hohenburg, bayerischen Cantzlern. Ingolstadt 1600. in 4. und einen Catalogum MStorum Graecorum. Ingolstadt 1602 in 4. Das dabey sich befindende Müntz-Cabinet, ist von Patino in relatione secunda beschrieben worden.
 
 
39.) Von der Bibliotheck zu Northausen hat J. Heinr. Kindervater in der eigentlichen Nachricht von der alten raren Bibliotheck der Kirche S. Blasii in Northausen; Northausen 1717 gehandelt.
 
 
40.) Die Bibliotheck zu Nürnberg ist allbereit im 15. Seculo bekannt gewesen. Sie ist aus den Clöstern verschiedentlich vermehret worden, durch Vermächtnisse sind gantze Bibliothecken zu derselben gekommen, worunter Sigismundi Harlii die A. 1618. derselben einverleibet worden, nicht die geringste ist. Sie besitzet viele MSta, und wird vor eine von denen größten Bibliothecken in Deutschland gehalten. Wir haben von ihr
 
 
  • Jo. Sauberti Historiam Reipublicae Noribergensis 1643. in 12.
  • Jo. Jac. Leibnitzii Memorabilia hujus Bibliothecae;
  • J. Christoph. Wagenseil de Ciuitate Noribergensi II.
Struu. l.c. … et ad eum Colerus.
 
Von denen Nürnbergischen Privat Bibliothecken siehe Struu. …
 
 
41.) In der Churfürstl. Land-Schule zu Pforte bey Naumburg, ist auch eine gute Bibliotheck an geschriebenen und gedruckten Büchern. Es ist darzu auch A. 1573. aus dem Closter Bosau, die dasige Bibliothek gebracht worden, derer in demselben befindliche vornehmste Bücher, giebt Schamelius in der Beschreibung des Closters Bosau … ein Verzeichniß.
 
 
42.) Von Qvedlinburg haben wir Tobia Ekarti kurtze Nachricht von den öffentlichen Bibliothecken zu Qvedlinburg. Qvedlinburg 1715. 4.
 
 
43.) Zu Regenspurg sind unterschiedene Bibliothecken, eine ist auf dem Rathhause, die andere ist auf dem Gymnasio. Uber dieses findet man auch dergleichen bey denen Jesuiten und übrigen Clöstern, unter welchen sonderlich die Prüfeningensische insonderheit bekannt ist.
Struu. l.c.
 
44.) Bey dem Gymnasio zu Schleusingen, haben die Grafen von Henneberg eine Bibliotheck aufgerichtet, welche sonderlich durch des Joachimi und Sam. Seberi, ingleichen Wolffgang Zenneri Bibliotheck einen grossen Zugang bekommen. Es sind in derselben verschiedene Griechische MSta vorhanden. Christian Juncker, hat sie in einer besondern Epistel beschrieben, welche in denen Nouis Litterariis Hamburgensium 1703 … zu finden.
Struu. l.c.
 
45.) Die Bibliotheck zu Straßburg, hat zum Stiffter den Bischoff Vthonem gehabt. Sie ist hernachmahls durch des Geileri Bibliotheck vermehret worden.
Struu. l.c. …
 
46.) Tübingen hat gleichfalls eine Bibliotheck, wovon wir aber keine Nachricht finden.
 
 
47) Zu denen Kayserl. Bibliothecken gehöret die Ambrasiana, welche ehemahls auf dem Schloß Vmbras bey Insprug befindlich gewesen, wovon aber das meiste in die Kayserl. Bibliotheck nach Wien geschafft worden.
Struu. … l.c.
 
48.) Ulm besitzet gleichfalls eine Bibliotheck, worinnen aber keine MSta zu finden.
 
 
49.) Die Bibliotheck zu Weymar, hat Hertzog Wilhelm Ernst gestifftet. Sie ist sonderlich durch die Schurtzfleischiana vermehret worden. Wir haben von derselben
 
 
  • Henr. Leonh. Schurtzfleischii Notitiam … Wittenb. 1712. in 4.
  • ingleichen Matthaei Gesneri Gratulatio de Natali
 
  {Sp. 1839|S. 935}  
 
 
  62. Serenissimi Principis Wilhelmi Ernesti … in appendice notitia Bibliothecae Schurzfleischianae. Weim. 1723. in 4.
Struu. l.c. … et ad eum Colerus.
 
50.) Von der Bibliotheck zu Weissenfelß finden wir keine besondere Nachricht.
 
 
51.) Von der Wißmarischen Bibliotheck hat Struu. in Suppl. … einige Nachricht.
 
 
52.) Von der Wittenbergischen Bibliotheck, haben wir Andr. Sennerti Catalogum. Wittenb. 1679. in 4. Es hat auch Tenzel in monatl. Unterredung 1704 … und Juncker in Notitia Biblioth. Sax. von derselben gehandelt.
Siehe Struue … et ad eum Colerus.
 
53.) Die Wolfenbüttelische ist eine von denen ansehnlichsten Bibliothecken in gantz Teutschland. Der Stiffter derselben ist Hertzog Augustus gewesen, welcher unter dem Nahmen Gustaui Seleni bekannt worden. Es sind in dieselbe 200. MSta aus des Matthaei Coruini Bibliotheck zu Ofen, gebracht worden. Gleichfalls sollen auch viele Volumina aus der Mazarinischen Bibliotheck dahin gekommen seyn,
Struu. l.c. … welchem aber Conring, in Epistola … widerspricht. Coler. ad l.c.
 
Sie ist ferner durch des Marquardi Freheri, derer Curionum des Vaters und des Sohnes, und Joach. Clutenii Bibliothecken vermehret worden. Conring hat allbereits zu seinen Zeiten 2000. MSta derselben gezehlet, und jetzo beläuft sich deren Anzahl über 3000. Was schönes ist es, daß sie täglich etliche Stunden geöffnet wird, auch die Vorsteher derselben, ungemein gegen jeden dienstfertig. Von ihr haben gehandelt
 
 
  • Tollius Ep. Itinerar. …
  • in der curieusen Bibliothec Tenzel Repositorium fünfftes Fach …
  • Conringius in Ep. … welche zu finden Collect. Mad. T. I.
Struu. l.c. … et ad eum Coler.
 
54.) Zu Wien ist erstlich die Kayserl. Bibliotheck merckwürdig. Der Stiffter derselben ist Maximilianus II gewesen: hernachmahls ist dieselbe durch die Uberreste der Ofenschen Bibliotheck, und andern, herrlich vermehret worden. Es ist auch, wie gedacht, die Ambrosianische Bibliotheck in dieselbe gebracht worden. An MStis zehlet man über 10000. und die Anzahl derer gesamten Bücher beläufft sich weit über 100000.
 
 
Petrus Lambecius hat angefangen Commentaria de Bibliotheca Vindobonensi zu schreiben, hat auch 8. Tomos von denenselben herausgegeben, womit er aber kaum den hundertsten Theil der Bibliotheck beschrieben, u. hat ihn der Tod an der ferneren Ausführung dieses Werckes verhindert.
Reimmanns Bibliotheca acroamatica … Hannov. 1712 in 8.
 
Daniel de Neßel hat gleichfalls ein Breviarium … Wien 1691. Sonst findet man von derselben Nachricht
 
 
 
  • in Tollii Epistola …;
  • in J. Bapt. Pacichelli Memoire
  • sonderlich aber in Bartholomaei Christiani Richardi Historia Bibliothecae
 
  {Sp. 1840}  
 
… Jena 1712 in 8.
Struu. l.c. … et ad eum Colerus.
 
Ferner findet man zu Wien, die Windhagische Bibliotheck, bey denen Dominicanern. Der Stiffter derselben Joachim Windhag, war von geringem Herkommen, brachte es aber durch sein Studiren so weit, daß er endlich Rath, und in den Grafen-Stand erhoben wurde, und dabey so viel Vermögen bekam, daß er diese Bibliotheck anlegen konnte. A. 1721. ist die schöne und zahlreiche Bibliotheck, des Kayserl. Feld-Marschalls, Johannes Martini Geschwindts, Freyherrns von Pockenstein, dazu gekommen. Sie wird 4 Tage in der Woche, Vormittags 2. und eben so viel Stunden Nachmittags, eröffnet. Der Gebrauch derer Bücher ist daselbst frey, doch darf kein Buch, auch wenn man es nur borgen wolle, bey Strafe des Bannes, davon genommen werden. Die Anzahl derer Bücher ist nicht allzu groß, und bestehet meistentheils aus Juristischen, und zu denen humanioribus litteris gehörigen Büchern. Es handelt von derselben Jo. Christoph Wagenseil in Ep. de Hidraspide sua, und der Auctor Relationis vom Kayserl. Hofe zu Wien …
Struu. l.c.
 
Bey der Universität ist auch eine gute Bibliotheck, welche insonderheit durch Conradi Cellis, Andreae Peurbachii und Jo. de Monte Regio vermehret worden. Sie stehet bey denen untern Jesuiten, und wird nicht ordentlich geöffnet, man kan sie aber zu sehen bekommen.
 
 
Nicht weniger, findet man bey dasigen Ministern, grosse und schöne Bücher-Sammlungen, unter denen vor andern merckwürdig:
 
 
  • des Prinzens Eugenii,
  • des Fürstens von Schwartzenberg,
  • des Grafen von Sinzendorf,
  • des Grafen von Oedt,
  • des Grafen Caroli Perlusati, in der sonderlich ein rares Muster des alten Drucks anzutreffen;
  • des Herrn von Schmerling etc.
Kuchelbeckers Nachr. vom Römisch-Kayserlichen Hof …
 
55.) Die Bibliotheck zu Zeitz, hat ihren Anfang denen hinterlassenen Büchern des Julii Pflugii zu dancken: vom Hertzog Mauritio aber ist sie eigentlich angeordnet worden. Es ist dieselbe durch des Reinisii Bibliotheck vermehret worden. Es befindet sich daselbst ein Volumen Epistolarum, so wohl von Pflugen, als an Pflugen, geschriebener Brieffe. Den Catalogum MStorum siehe in Struu. l.c.
 
 
53.) Zu Zittau ist bey dem Gymnasio eine Bibliotheck, ingleichen befindet sich
 
 
56.) eine zu Zwickau, in welcher des Daumii und Barthii Schätze verwahret werden, und sonst gar gut ist.
 
     

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Stand: 6. Januar 2013 © Hans-Walter Pries